Atomkraftwerke werden oft fälschlicherweise als klimafreundliche Stromquelle dargestellt. Doch die aktuelle Hitzewelle macht deutlich, wie schlecht sie mit den Auswirkungen des Klimawandels zurechtkommen. Denn AKW sind auf große Mengen Kühlwasser angewiesen. Steigen die Temperaturen von Flüssen und Seen oder führen diese wegen langer Trockenperioden weniger Wasser, müssen Reaktoren ihre Leistung drosseln oder ganz abgeschaltet werden.

Axpo Kernkraftwerk Beznau WikiCommons 128Ein aktuelles Beispiel ist das Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz. Wegen der hohen Wassertemperatur der Aare Ende Juni musste der Betreiber die Leistung der Reaktoren reduzieren beziehungsweise zeitweise einen Reaktor ganz vom Netz nehmen. Der Grund ist nicht nur der Schutz der Anlage selbst, sondern dass zu warmes Kühlwasser die Gewässer zusätzlich aufheizt und Fische sowie andere Wasserlebewesen gefährden würde.

Beznau ist allerdings kein Einzelfall. Die Leistung des AKW Paks in Ungarn wurde stark reduziert, da die Wassertemperatur der Donau auf 29,7 °C anstieg. Auch in Frankreich mussten bereits Atomkraftwerke ihre Produktion einschränken oder zeitweise einstellen. Hitzewellen und Niedrigwasser werden durch den Klimawandel häufiger, damit steigt auch das Risiko für solche Einschränkungen.

Die Klimakrise zeigt damit eine grundsätzliche Schwäche der Atomenergie auf. Ausgerechnet, wenn an heißen Sommertagen besonders viel Strom für Klimaanlagen und Kühlung benötigt wird, können Atomkraftwerke ihre Leistung oft nicht voll erbringen. Ein Energiesystem, das auf erneuerbare Energien, Speicher und Energieeffizienz setzt, ist nicht nur klimafreundlicher, sondern auch besser an die Herausforderungen einer wärmeren Zukunft angepasst.

Czernohorszky: „Hitzewellen zeigen die Grenzen der Atomkraft deutlich auf!“, Rathauskorrespondenz vom 12.07.2026

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