In Wien kommen hauptsächlich der Braunbrustigel und der Nördliche Weißbrustigel vor, welche sich optisch nur schwer unterscheiden lassen. Diese stacheligen Gesellen sind überaus gut an menschliche Siedlungsstrukturen angepasst. Igel schätzen besonders Parkanlagen und strukturreiche Gärten. Die auf den ersten Blick eher behäbig wirkenden Tiere sind bei Bedarf außerordentlich flink. Igel sind außerdem wahre Verteidigungskünstler. Ihr Stachelkleid besteht aus rund 8000 verhornten Haaren, welche auf einer flexiblen Hautschicht sitzen. So kann sich ein Igel in Windeseile zusammenrollen und in einen wehrhaften Stachelball verwandeln.
Igel sind nicht sonderlich scheu. In Wiens Gärten und Parks trifft man die einzelgängerischen Tiere trotzdem meist nur im Schutz der Dunkelheit. Dort sind sie auf der Suche nach Insekten, Regenwürmern und Spinnen, welche sie mit ihrer empfindlichen Nase erschnüffeln. Entgegen der populären Meinung vieler Menschen ernähren sich Igel nicht von Obst, denn sie sind Insektenfresser! Wenn man also einen Igel sieht, der einen Apfel zerbeißt, ist dieser nur auf der Suche nach obstfressenden Insektenlarven. Diese proteinreiche Nahrung benötigen Igel dringend für den Winterschlaf. Erreichen Igel ihr Zielgewicht bis zum Winter nicht, müssen sie weiter nach Nahrung suchen und können in der Kälte sterben. Sieht man während der kalten Jahreszeit also geschwächt wirkende Igel umherlaufen, kann man diese behutsam mit dicken Handschuhen einfangen und in einem hohen Karton mit Luftlöchern ins Warme bringen. Das Wildtierservice Wien oder der*die nächste Veterinär*in können sich um die Tiere kümmern.
Wie kann man helfen:
Igel profitieren wie viele andere Tierarten von strukturreichen Lebensräumen. Da sie Insektenfresser sind, schätzen sie Gärten, welche diese Nahrungsressource für sie bereitstellen. Besonders wichtig ist der Verzicht auf sämtliche Pestizide im Garten. Auch auf Rasenmähroboter sollte verzichtet werden, da diese Igel verletzen können und ein kurzer Rasen ein insektenarmer Bereich ist.
Die Anlage von Hecken, Büschen und Komposthaufen hingegen freut den Igel. Liegen gelassenes Totholz oder Laubhaufen lassen sie zuverlässig Nahrung finden und bieten im Winter einen Platz für den Winterschlaf.
Zur Vernetzung von Lebensräumen sollten Zäune so gestaltet sein, dass sie von Igeln passiert werden können. Das gelingt z. B. indem ein Abstand zum Boden von 10-15 cm freigelassen wird.
Damit Schwimmbecken nicht zur Todesfalle werden, sollten sie über eine Ausstiegshilfe (z. B. ein schräges Brett, das am Beckenrand verankert ist) verfügen und abgedeckt werden.
Broschüre Natur ist genau „meins“
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